Unser Montessori Zuhause

Nachdem mein Sohn auf die Welt gekommen ist, war für mich schnell klar, dass ich ihm auf Augenhöhe begegnen möchte um ihm dabei zu helfen die Welt zu entdecken. Die Montessori Pädagogik hat sich für mich daher sofort richtig angefühlt. Maria Montessori hat erkannt, dass Kinder Freude daran haben ihre Lernerfahrungen selbst zu gestalten. Die Kinder werden unterstützt, möglichst selbstständig zu sein, um ihre Umwelt im eigenen Tempo zu entdecken. Also ist es wichtig deren kleine Welt auf Augenhöhe zu bringen und allen Dingen einen festen Platz zu geben. Unsere Wohnung ist nur 64 qm groß und trotzdem ist es möglich ein Montessori Zuhause zu erschaffen. Hier gebe ich euch ein paar Einblicke wie wir das umgesetzt haben.


Bastelecke

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Kunst & Kreativität ist nicht nur ein wichtiger Teil der Montessori Pädagogik sondern vielmehr der gesamten Kindheit. Mein Sohn wird bald 2 Jahre und basteln und malen wird für ihn immer interessanter. Unsere Bastelecke besteht aus dem Flisat Kindertisch vom Möbelschweden, mit dem wir glücklicher nicht sein könnten. Mit den praktischen Einsätzen bietet er viel Stauraum oder lässt sich super als Spieltisch nutzen und beispielsweise mit Sand, Wasserperlen oder anderen Dingen befüllen. Die Bastelmaterialen sind in Reichweite, so dass mein Sohn selbstständig entscheiden kann, wann und was er erschaffen möchte. Das i-Tümpfelchen unsere Bastelecke ist die Aquarellzeichnung von Mona von Kreativpigment. Schöne Dinge auf Augenhöhe der Kleinen inspirieren vielleicht das ein oder andere Bild.



Leseecke


Für die Kleinsten ist es wichtig die Vorderseite der Bücher zu sehen. Es gibt tolle Bücherregale, die das berücksichtigen. Wir haben, um Platz zu sparen, eine Bücherleiste verwendet - Hauptsache übersichtlich. Die Bücher tauschen wir regelmäßig nach Interesse und Jahreszeit aus. Auch Bibliotheksbesuche stehen öfter auf dem Plan - so wird es nicht langweilig und der Geldbeutel wird weniger strapaziert.



Spielregal

Spielen ist die Arbeit des Kindes und hilft ihm die Welt zu entdecken. Unser Wohnzimmer ist gleichzeitig Spielzimmer, also teilen wir unser Bücherregal mit unserem Sohn - und hier gilt: weniger ist mehr! Wir rotieren die Spielsachen und präsentieren immer nur eine kleine Auswahl im Spielregal. Es gibt keine Spielkisten und jede Aktivität ist einzeln in einem Abschnitt aufgebaut. So hat alles seinen Platz und das Kind hat den Überblick, was gerade angeboten wird ohne von zu vielen Reizen überwältigt zu werden. Das Rotieren von Spielzeug hat den weiteren Vorteil, dass die Spielsachen interessant bleiben und nicht unbespielt in der Ecke landen. Wir verzichten weitestgehend auf batteriebetriebene Spielsachen, um der Fantasie und Kreativität unseres Sohnes Raum zu geben.



Im Alltag zurechtfinden

Ab einem bestimmten Zeitpunkt, in der Montessori Pädagogik "sensible Phase" genannt, möchten die kleinen autonom sein und selbstständig Dinge tun, wie sich allein anziehen. Auch hier gilt: alles an seinem Platz und auf Augenhöhe des Kindes. In unserem Schlafzimmerschrank sind die unteren Regale für den kleinen Mann reserviert und mit kleinen Aufklebern markiert, wo sich Hosen, Bodys & Co. finden lassen. So versuchen wir ihn möglichst früh zur Selbstständigkeit zu ermutigen.



Der kleine Küchenhelfer

Zusammen mit meinem Sohn zu kochen ist sooooo toll - für mich wesentlich entspannter, da ich ihm einfache Aufgaben gebe, wie Avocados schneiden. Zugegeben, das klappt mal mehr und mal weniger gut aber es ist immer eine sinnvolle Beschäftigung für den Kleinen und wir können in Ruhe das Abendessen gemeinsam zaubern. Den Lernturm haben wir im Eigenbau aus Ikea Produkten gezimmert - den Hack kennen wahrscheinlich die meisten und er ist online überall zu finden. Im Nachhinein würde ich einen mitwachsenden Lernturm allerdings praktischer finden, da der Einstieg in die Marke "Eigenbau" sich doch etwas schwieriger für den Kleinen gestaltet. Kurz vor dem Essen decken wir gemeinsam den Tisch. Wir haben in unserer kleinen Küche viel hin und her geräumt, so dass unser Sohn eine Schublade in Reichweite hat, in der wir sein Geschirr und ein paar kleine Snacks aufbewahren.


Meine Top Tipps für euer Montessori Zuhause:

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  1. Bewegungsfreiheit schaffen: Verzichtet weitgehend auf Laufgitter wenn möglich! Dazu gehört es natürlich die Umgebung kindersicher zu machen und selbst präsenter zu sein. Die Kleinen lernen so viel indem sie einfach nur ihre Umgebung entdecken.

  2. Die Kleinen in den Alltag einzubinden und ein Teil der Familie sein zu lassen, ist ein wichtiger Teil des Montessori Alltags. Es vermittelt den Kindern das Gefühl von Zusammenhalt, ein vollwertiges Familienmitglied zu sein, und fördert so das Selbstwertgefühl. Sie können Mama und Papa im Haushalt zuschauen oder sogar schon unterstützen ~ Kleinkinder lieben es Dinge zu sortieren oder ein- und auszuräumen. Diese Routinen geben Halt und Sicherheit und erleichtern auch euch den Alltag.

  3. Eine ordentliche Umgebung auf Augenhöhe ist die Grundlage dafür, dass sich das Kind in Alltagssituationen schnell zurechtfindet. Jeder Gegenstand und jedes Spielzeug sollte einen festen Platz haben. Das hilft dem Kind nicht nur die Gegenstände zu finden, sondern auch wieder an den rechten Platz zurück zu legen. Marie Montessori geht davon aus, dass Kinder eine natürliche Zuneigung zu einer ordentlichen Umgebung haben und sich in einer solchen auch besser und schneller entwickeln können, da an überflüssigen Reizen gespart wird und die Kinder sich besser konzentrieren können.

  4. Weniger ist mehr: In der Montessori Pädagogik richtet sich alles nach der jeweiligen Phase des Kindes, in der es sensibel für bestimmte Lernprozesse ist. Dementsprechend gestaltet sich auch die Auswahl der Spielmaterialen nach dem Interesse des Kindes. Wenn ich Spielsachen kaufe, achte ich darauf, dass sie hochwertig, langlebig und wandelbar sind, so dass sie über mehrere Jahre bespielt werden können. Montessori Material kann preisintensiv sein aber vieles lässt sich auch selbst basteln und gestalten. Dazu gibt es auf Pinterest und Instagram tausende Ideen. Unter dem #DIYmontessori findet ihr tolle Anregungen. Auch Nadine von Villa Kunterbunter postet regelmäßig tolle Montessori DIYs und Homeschooling Ideen ~ schaut vorbei und lasst euch inspirieren.


Jedes Zuhause ist individuell und muss für euch als Familie funktionieren um sich gut anzufühlen. Meine Tipps sind also eher als Anregungen zu verstehen. Am Ende geht es bei der Montessori Pädagogik darum, dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen und ihm zu helfen die Welt um sich herum zu entdecken. Dabei gilt immer: das Kind selbst Erfahrungen machen zu lassen und nur so viel Unterstützung wie nötig zu geben nach dem Motto: "Hilf mir es selbst zu tun."


Namastè.


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